Chronik der LUX - Werft

„Im Wandel der Zeit“

 

Johann Lux

Johann Lux

Siegfähre

Siegfähre

Ein Blick in die Halle

Ein Blick in die Halle

Baunummer 1

Baunummer 1

Kristallkönigin

Kristallkönigin

Auf dem Hummerich

Auf dem Hummerich

Die Wertf an der Moselstraße

Die Werft an der Moselstraße

Rheinfähre Mondorf

Rheinfähre Mondorf

Johann Lux legte im Mai 1945, kurz nach Kriegsende, den Grundstein für die Lux-Werft.

Seine Qualifikation als Schiffbauer, gelernt bei der Mondorfer Schiffswerft H. Bröhl, seine umfangreichen fachlichen Kenntnisse in der Elektroschweißtechnik, die ihn  im Krieg bei den Vereinigten Aluminiumwerken unabkömmlich werden ließen, und nicht zuletzt sein unternehmerischer Pioniergeist führte in die Selbstständigkeit.

Ende 1945 konnte der erste Bau eines Bootes, für die mittlerweile seit 1000 Jahren bestehende Fischereibruderschaft in Bergheim, fertiggestellt werden. Weiter ging es mit der heute noch beliebten und stark genutzten Siegfähre. Der alte Holznachen wurde durch eine Fähre aus Stahl ersetzt, 2005 wurde eine neue Gierfähre aus Aluminium eingesetzt.

Nach dem erfolgreichen Start ging es Schlag auf Schlag. Die ausländischen Reedereien wie Holländer, Belgier und Franzosen interessierten sich für den Bootsbau Lux. Große Not in der Materialbeschaffung führte zu Kompensationsgeschäften, der Beibootbau für die Binnenschifffahrt begann. Weit mehr als 5000 der bekannten Lux-Nachen, heute der GS-Norm entsprechend, verließen bislang die Werft.

1948 lief das holländische Proviant- und Schleppboot, 15,80 m lang und 3,20 m breit als Bau-Nr. 1 des Baunummernverzeichnisses, vom Stapel. Der Kleinschiffbau wird in diesem Verzeichnis nicht erfasst. Die neue MS „Kristallkönigin“ hat die Bau Nr. 197. Jährlich werden 3 – 5 Fahrgastschiffe auf der Lux-Werft gebaut.

Mit Beginn der Währungsreform veränderte sich die Bundesrepublik. Der Aufschwung begann, damit auch der Tourismus. Johann Lux mit seinem Weitblick erkannte sofort diesen Betriebszweig und schaffte sich damit ein zweites Standbein.

Bereits 1948 wurde mit dem Ruhrverband der erste Vertrag über einen Bootsverleih am Harkortsee/Wetter geschlossen. Ein Jahr später kam der Bootsverleih am Hengsteysee/Herdecke dazu. Diese Stahlruderboote fanden, wegen ihrer absoluten Sicherheit, schon damals sinksicher durch Luftkästen, so großen Anklang, dass sie überregional zum Einsatz kamen. Der Erfindergeist des Gründers ließ ihn nicht zur Ruhe kommen, so baute er Paddelboote, Tretboote und sogar Segelboote aus Stahl, die bei den einzelnen Bootsverleihen teilweise heute noch im Einsatz sind.

Der aufblühende Tourismus setzte sich auch in der Fahrgastschifffahrt fort. Die ersten Fahrgastschiffe wurden konstruiert und auf Flüssen und Talsperren eingesetzt. 1954 wurde der Lux-Werft die dem Ruhrverband gehörende Fahrgastschifffahrt auf dem Hengsteysee und Harkortsee angeboten. Ende 1957 wurde dies Wirklichkeit.

In der Zwischenzeit wurde auf dem Hummerich 10 eine neue Boots- und Schiffbauhalle errichtet. Die hier gebauten Schiffe, mussten mit Spezialfahrzeugen durch die enge Hummerichgasse an den Rhein gefahren werden. Das größte und letzte Fahrgastschiff, welches in dieser Halle gebaut wurde, war die „Stadt Beuel“ Länge 28,65 m und Breite 5,80 m für die Fähr- und Fahrgastschifffahrt Schmitz.

Johann Lux hatte bei der Kundschaft einen so guten Namen erworben, dass der Betrieb erweitert werden musste. Eine neue Schiffbauhalle entstand 1963/64 in der Moselstraße, unmittelbar am Rhein. Mit dem Fahrgastschiff „Willi Ostermann“ (Bau-Nr. 18) folgte der erste Großauftrag für die neue Halle. 1984 wurde nochmals eine doppelt so große Schiffbauhalle angebaut.

Seit dem 01. Januar 2010 hat die Lux-Werft die Nachbarwerft übernommen und kann so ihre Erweiterungswünsche für eine neue, größere Schiffbauhalle realisieren. So lassen sich die Qualitätsansprüche der Auftraggeber besser umsetzen.

Neben den drei Eigentümern der Firma, den Kindern des Firmengründers, folgte inzwischen die dritte Generation ins familiengeführte Unternehmen.

Die Familie betreibt seit 1967 als weiteres Standbein die Personenschifffahrt Biggesee, inzwischen auch auf anderen Talsperren. Das Tourismusunternehmen hat sich über die Jahre hinweg durch ständige innovative Erweiterung der Flotte zu einem modernen und leistungsfähigen Betrieb entwickelt.

Seit 2006 betreibt die Lux-Werft und Schifffahrt GmbH den Fährbetrieb von Mondorf nach Graurheindorf. Als traditionsbewusstes Unternehmen und Ur-Mondorfer, sieht sie sich in der seit dem 15. Jahrhundert bestehendem Fährrecht zur Überfahrt des Rheins in der Pflicht.

Nicht zuletzt durch die Beschäftigung mit der eigenen Personenschifffahrt an verschiedenen Seen hat die Lux-Werft als Spezialist im Fahrgastschiffbau ihre Anerkennung über Grenzen hinweg gefunden. Lux-Schiffe befahren den Rhein mit seinen Nebenflüssen, die Donau, die Weser, die Elbe, die Berliner Gewässer, etliche Binnenseen, sowie einige Gewässer Österreichs, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreichs und Luxemburgs.

Nicht immer sind die Zielorte der Neubauten über den Wasserweg zu erreichen. Oft stellt sich so die Transportfrage. Über die Jahre hinweg hat die Lux-Werft ihr spezielles Know-how entwickelt und bewältigt diese Wege in enger Zusammenarbeit mit Schwertransportunternehmen.

„Aus Ihren Wünschen und unserer Erfahrung entseht ihr Schiff“, diese Devise gilt als Leitfaden für eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Kunden. Bei der Lux-Werft entsteht alles in eigener Regie – von der Konstruktion, Finanzierung bis zur Auslieferung.

Die Lux-Werft wünscht „Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel! In Gottes Namen!“


   
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